GPS-Wissen

Koordinatensysteme: WGS84, UTM, DMS und DDM

Die wichtigsten GPS- und Kartenkoordinatensysteme im direkten Vergleich.

WGS84

WGS84 ist das globale Referenzsystem vieler GPS-Empfänger, Smartphones und Online-Karten. Positionen werden meist als Breitengrad und Längengrad ausgegeben. Eine WGS84-Koordinate kann in Dezimalgrad, DMS oder DDM geschrieben werden, ohne dass sich der zugrunde liegende Ort ändert.

UTM

UTM teilt die Erde in nummerierte Zonen und verwendet metrische Ost- und Nordwerte. Innerhalb einer korrekt angegebenen Zone lassen sich lokale Entfernungen und Kartenpositionen anschaulich bearbeiten. Zur vollständigen Angabe gehören Zone, Hemisphäre, Ostwert, Nordwert und das verwendete geodätische Bezugssystem.

DMS, DDM und Dezimalgrad

DMS verwendet Grad, Minuten und Sekunden, DDM Grad und Dezimalminuten. Dezimalgrad schreibt den gesamten Wert als Dezimalzahl. Es handelt sich dabei um Darstellungsformate geografischer Koordinaten und nicht um unterschiedliche Orte. Rundungen bei der Umrechnung können den letzten Stellenwert verändern.

ETRS89 und amtliche Geodaten

In europäischen und deutschen Geodatensätzen wird häufig ETRS89 in Verbindung mit UTM verwendet. Obwohl ETRS89 und WGS84 für viele alltägliche Kartenanwendungen sehr nah beieinanderliegen, sind sie fachlich nicht beliebig austauschbar. Datensätze sollten immer zusammen mit ihrer Systembezeichnung und den Transformationsangaben der Quelle verwendet werden.

Gauß-Krüger und ältere Karten

Ältere deutsche Karten und Bestände können Gauß-Krüger-Koordinaten enthalten. Die Zahlen dürfen nicht wie UTM- oder GPS-Werte behandelt werden. Für eine verlässliche Transformation müssen Ausgangssystem, Bezugsellipsoid, Meridianstreifen und Zielsystem bekannt sein.

Welches System soll ich wählen?

Für Kartenlinks und Standortfreigaben ist WGS84 in Dezimalgrad meist am einfachsten. Für professionelle GIS-, Vermessungs- oder Behördenarbeit gilt das im jeweiligen Datensatz vorgeschriebene System. Eine Formatumrechnung allein ersetzt keine geodätische Transformation zwischen unterschiedlichen Bezugssystemen.

ETRS89 und UTM in Deutschland

Amtliche Geobasisdaten werden in Deutschland überwiegend im europäischen Bezugssystem ETRS89 zusammen mit der UTM-Abbildung geführt. Für den größten Teil des Bundesgebiets ist Zone 32 maßgeblich; östliche Gebiete werden je nach Datensatz in Zone 33 ausgegeben. Häufig begegnen Ihnen die EPSG-Codes EPSG:25832 für ETRS89 / UTM Zone 32N und EPSG:25833 für Zone 33N. Ein UTM-Wert ohne Zone und Bezugssystem ist daher unvollständig.

Gauß-Krüger in älteren deutschen Unterlagen

Historische Katasterpläne, Leitungsunterlagen und kommunale Bestände können noch Gauß-Krüger-Koordinaten auf Basis des Deutschen Hauptdreiecksnetzes enthalten. Der Rechtswert beginnt dort häufig mit einer Zonenkennziffer. Eine direkte Übernahme als UTM führt zu einem falschen Punkt. Für belastbare Ergebnisse müssen Ausgangsdatum, Streifen und das zuständige Transformationsverfahren bekannt sein.

WGS84 und ETRS89 nicht blind gleichsetzen

Für gewöhnliche Kartenlinks liegen WGS84- und ETRS89-Koordinaten in Deutschland oft so nahe beieinander, dass der Unterschied im Alltag nicht auffällt. Bei Vermessung, Kataster oder hochgenauen GNSS-Daten ist diese Vereinfachung jedoch unzulässig. Dort müssen Realisierung, Epoche und amtliche Transformationsparameter berücksichtigt werden.

Direkt mit Beispieldaten prüfen

Für das Military Grid Reference System steht der MGRS-Umrechner bereit. Historische deutsche DHDN-Werte können mit dem Gauß-Krüger-Umrechner näherungsweise geprüft werden. Für beide Werkzeuge sind Methodik, Grenzen und Datenquellen dokumentiert.